Konzeption Heeresversuchsstelle Kummersdorf

Die Projektgruppe Heeresversuchsstelle Kummersdorf arbeitet an einer Ziel-konzeption für die zukünftige Nutzung des Geländes. Sie bildet die Grundlage, das ursprünglich der Vorbereitung von Kriegen dienende Gelände zu einem friedlichen Ort der Bildung und der kritischen Reflexion
– einem Museum in der Natur – umzuge-stalten.

Das Konzept vereinbart die Vermittlung von Geschichte mit naturschutzfachlichen und denkmalfachlichen Setzungen und beschäftigt sich mit der Belastung der Fläche durch Altlasten und Munition.

Am 10. November 2010 findet im Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam eine Präsentation des Gesamtkonzepts mit anschließender Diskussion statt. Wir möchten der Öffentlichkeit mit diesem Blog die Möglichkeit geben, zum Konzept Stellung zu nehmen.

Hintergrundinformationen erhalten Sie auf der Homepage des Museumsverbands Brandenburg unter www.museen-brandenburg.de/ . Hier können Sie auch die Konzeption als PDF downloaden.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare, Anregungen und Kritik.

Die Projektgruppe Museum Heeresversuchsstelle Kummersdorf

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3 Antworten auf Konzeption Heeresversuchsstelle Kummersdorf

  1. Christian Hirte sagt:

    Jetzt fang ich einmal an mit diesem Blog.

    Zur Frage, Kummersdorf in Hinsicht seiner musealen Bestimmung auf ein dichtes Bild bzw. einen Begriff zu bringen: In Kummersdorf sieht man ein Vorher und ein Nachher des Krieges, seine technische Vorbereitung und seine Zerstörungskraft treten hier wie in einem Bühnenbild zusammen. Zwischen beiden Schichten spielt der imaginierte Krieg. Das Ganze ist das Tableau eines großen Memento Mori als Konsequenz militärischer Logik. Die überwucherte Ruinenästhetik verstärkt ein Bild
    unglaublicher Eindrücklichkeit und gebrochener Poesie.

    Ein Moment des Krieges ist die Entgrenzung. Auch sie ist in Kummersdorf gegenwärtig: in der technischen Raffinesse, dem Aufwand, den gewaltigen Dimensionen, aber auch in dem Grauen mit der Krieg 1945 hier durchzog.
    Hybris und Heimsuchung, wie in Gomorrha.

    Soweit, liebe Blogg-Warte!

    Bis Freitag, Christian

  2. Dr. Thomas Kersting sagt:

    Bei der gestrigen Vorstellung im MGFA Postdam wurde nur kurz über die Zielstellung und Zielgruppen des geplanten Museums gesprochen, was von Frau Köstering ja auch kurz und klar charakterisiert wurde.
    Ich denke der Name, die Bezeichnung des Museums muss dies aber klar vermitteln! Wenn der verharmlosend-beschönigende Name “Museum in der Natur” sein soll (ich hoffe das ist nur ein Arbeitstitel), gelingt das nicht, da denkt man, dort kann man seine Kinder zum Oberförster schicken, damit der ihnen ein paar Ameisen und Vögel zeigt… Es muss klar sein dass es um Kriegstechnik geht, sonst schießt man ein “Eigentor”. Man muss/sollte nicht die Bezeichnung des “3.Reiches” weiterbenutzen, aber warum nicht klar sagen, dass es um Kriegstechnik geht, “Museum des Krieges” wie in den Museumsblättern, oder so.
    Übrigens sollte man auch einen Anschluss herstellen an die Wünsdorfer Bunker, wo ja die Befehls- und Auftraggeber von Kummersdorf saßen, und das dortige sehr gelungene Garnisonsmuseum einbeziehen. Sicher nicht leicht, aber sehr spannend, ich begleite dies ja schon seit einigen Jahren als Kollege von Dr.Frank hier im BLDAM für die Archäologie. Gruß
    th.k.

  3. Der Begriff “Museum in der Natur” ist nach längerer Diskussion bewusst gewählt. Es gibt auf dem Gelände nicht nur die Bestandteile der ehemaligen Heeresversuchsstelle sondern auch historische und aktuelle Forstwirtschaft und eine biologische Vielfalt, die bereits durch Naturschutzkategorien belegt ist. Nur in einem Kompromiß aus Denkmalschutz, Naturschutz und Forstwirtschaft wird sich das Museum realisieren lassen. Genau diesem Ziel dient die bestehende Projektgruppe. Die vorhandene Naturausstattung bietet eine gute Gelegenheit neben der Kriegstechnik und Denkmalschutzarbeit auch biologische Vielfalt und Naturschutzarbeit sowie Forstwirtschaft darzustellen. Die Chance dieser Kombination sollte genutzt werden. Ein Alleingang eines einzelnen Bereiches wird an dem Rechtsstatus der anderen scheitern. Eigentümerrechte gibt es auch noch.

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